Behandlung Typ 2
Ihr Beitrag zur Diabetes-Therapie

Der Umgang mit Typ-2-Diabetes

Auf die Diagnose Diabetes reagieren viele Menschen erst einmal erschrocken und verunsichert. Die Erkrankung geht mit verschiedenen Herausforderungen einher, die das Leben verändern. An erster Stelle steht nun als wichtige Voraussetzung für den erfolgreichen Umgang mit der Erkrankung: das Akzeptieren des Diabetes als einen dauerhaften Begleiter, der sehr regelmäßiger Kontrollen bedarf und Einfluss auf alltägliche Tätigkeiten und Abläufe ausübt.

Frau hilft bei der Typ 2 Diabetes Behandlung ihres Mannes

Aber die gute Nachricht ist: Mit der Erkrankung kann man heutzutage dennoch gut leben – wichtig ist es eben, sich gut zu informieren und eigene Verantwortung zu übernehmen, um die Erkrankung in Schach zu halten. Dazu können Sie einen Beitrag leisten, indem Sie Ihren Lebensstil (Ernährung, Bewegung, Gewichtsabnahme, Rauchentwöhnung) verbessern, möglichst konsequent Ihre verordneten Medikamente einnehmen und, wenn von Ihrem Arzt/ Ihrer Ärztin für notwendig erachtet, Ihre Blutzuckerwerte regelmäßig überwachen.

Gerade zu Beginn dieser Maßnahmen fühlen sich viele Betroffene mit all dem verständlicherweise etwas überfordert. Den Umgang mit der Erkrankung sollten Sie deshalb Schritt für Schritt erlernen und annehmen. Bei der Umstellung Ihrer Lebensweise ist besonders Ihre Eigenmotivation, Beharrlichkeit und Geduld gefragt. Die Einnahme Ihrer Medikamente muss dagegen möglichst schnell zur Gewohnheit werden, denn die regelmäßige Zufuhr der richtigen Dosis garantiert Ihnen einen konstant normalen Blutzuckerspiegel.

Mehr Bewegung

Nachweislich senkt regelmäßige körperliche Bewegung das Risiko, an Diabetes oder dessen Folgen zu erkranken. Vor dem „Start“ sollten Sie gemeinsam mit Ihrer ärztlichen Fachkraft eine Bewegungsart aussuchen, die für Sie am besten geeignet ist. Wichtig auch hier: Fangen Sie mit kleinen und realistischen Schritten an. Bedenken Sie auch, dass ungewohnte körperliche Anstrengung den Blutzucker plötzlich absinken lassen kann (Unterzuckerung). Nehmen Sie sich nur so viel vor, wie Sie leicht schaffen und auch in Ihren Alltag integrieren können.

Damit lhre Gesundheit tatsächlich profitiert, sollten Sie sich pro Tag wenigstens 30 Minuten bewegen, sodass der Puls und die Atmung beschleunigt werden. Dies können Sie z. B. erreichen, indem Sie lhr Auto weiter weg als gewohnt parken und vermehrt Treppen anstatt Fahrstuhl oder Rolltreppe nutzen. Empfohlen wird, zumindest 2 - 3 x pro Woche für 20 bis 60 Minuten die Ausdauer zu trainieren bzw. nach Möglichkeit zu steigern.

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Diabetikerin macht leichte Sportübungen um Unterzuckerung zu vermeiden

Gesunde Ernährung

Die Ernährung bei Diabetes sollte so gestaltet sein, dass Sie ein weitgehend normales Körpergewicht erreichen und halten können. Dies gilt insbesondere für Diabetiker:innen mit Übergewicht, da die Empfindlichkeit der Leber- und Muskelzellen gegenüber dem lnsulin mit jedem überflüssigen Kilo nachlässt (lnsulinresistenz). Abnehmen, bzw. die gezielte Umstellung der Ess- und Trinkgewohnheiten, ist daher eine gute Maßnahme, die zu hohen Blutzuckerwerte allmählich abzusenken. Tipps und Empfehlungen, wie Sie hierbei richtig vorgehen, erhalten Sie im Kapitel zur Ernährung bei Diabetes, „Richtig essen". Die Ernährungspyramide zeigt Ihnen bildlich, wie die Menge der Nahrungsmittel bei einer ausgewogenen und gesunden Ernährung aufgeteilt sein sollte.

Tabelle - Ernährung bei Diabetes Typ 2

Die richtige Anwendung der Diabetes-Medikamente

Unter Therapietreue versteht man die Bereitschaft des/der Patient:in den ärztlichen Anweisungen zu folgen. Bei einigen chronischen Erkrankungen fällt auf, dass viele Patient:innen eine geringe Therapietreue aufweisen. Vor allem die tägliche Medikamenteneinnahme macht vielen zu schaffen. So kommt es vor, dass sie eigenständig die Dosis verändern oder das Medikament überhaupt nicht mehr einnehmen, was gefährliche Folgen haben kann. Die Gründe einer Therapieuntreue können vielfältig sein.

Zunächst spielt es eine Rolle, ob der Patient/die Patientin sich tatsächlich krank fühlt. Wenn man z. B. keine Schmerzen oder andere Beschwerden verspürt, kann man die Krankheit leicht verdrängen oder sogar vergessen. Auch die Angst vor möglichen Nebenwirkungen kann ein Grund sein, auf die empfohlenen Medikamente zu verzichten. Die Aussicht, möglicherweise ein Leben lang Medikamente einnehmen zu müssen, trägt bei einigen Patient:innen zudem zu einer gewissen Therapiemüdigkeit bei. In der Konsequenz führen Zweifel an der Therapie dazu, dass von über 600 Patient:innen nur 30 konsequent an der Therapie festhalten. So nehmen viele Betroffene gefährlicherweise in Kauf, dass sich die Krankheit und die Folgeschäden weiterentwickeln können. Machen Sie sich deshalb klar, welche Stolpersteine Sie möglicherweise an der Fortführung der Therapie behindern und sprechen Sie über Ihre Bedenken mit Ihrem behandlenden Arzt bzw. Ihrer Ärztin.

Halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin

Bestehende Ängste und Befürchtungen hinsichtlich Ihrer Medikamente lassen sich häufig vor allem durch Wissen abbauen. Daher sollten Sie mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin folgende Fragen abklären:

  • Wie und wo wirkt das verschriebene Medikament?
  • Welche Nebenwirkungen sind häufig spürbar und wie lange dauert es, bis diese wieder abklingen?
  • Muss ich mit Langzeitnebenwirkungen meines Medikamentes rechnen?
  • Worauf muss ich bei der Einnahme des Medikamentes besonders achten (z. B. Einnahmezeiten, Dosis, Kombination mit anderen Tabletten)?

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