Blutzuckermessung bei Diabetes
Blutzucker richtig messen

Blutzuckermessgerät – Das müssen Sie beachten!

Patientin mit Typ-2 Diabetes misst ihren Blutzucker mit einem Blutzuckermessgerät

Um den Blutzucker zu messen, nutzen Sie ein eigenes Blutzuckermessgerät. Anschließend erfolgt die Messung in drei Schritten:

  1. Führen Sie den Teststreifen in Ihr Zuckermessgerät.
  2. Entnehmen Sie mit einer Stechhilfe oder feinen Lanzette eine Tropfen Blut aus Ihrer Fingerspitze.
  3. Tragen Sie den austretenden Blutstropfen auf den Teststreifen auf und warten Sie, bis das Gerät den Blutzuckerwert anzeigt.

Um den Blutzucker zu messen, sind die seitlichen Fingerspitzen am besten geeignet, weil dort die Blutgefäße dichter und weniger Schmerzrezeptoren vorhanden sind. Es ist zwar schmerzhafter, aber je tiefer Sie stechen, desto mehr Blut können Sie gewinnen. Heutzutage hat sich das Blutzuckermessen jedoch weiter vereinfacht. Mit den heutigen Stechhilfen lässt sich die Eindringtiefe individuell einstellen und moderne Messgeräte benötigen nur noch kleine Blutstropfen.

Angabe des Blutzuckerwertes

Der Blutzuckerwert kann in mg/dl (Milligramm pro Deziliter) oder in mmol/l (Millimol pro Liter) angegeben werden. Bei Nicht-Diabetiker:innen liegt der Blutzuckerwert im nüchternen Zustand bei etwa 60–100 mg/dl oder 3,3–5,9 mmol/l.

Tabelle Blutzucker umrechnen (mmol l in mg dl)

 

Ein Verdacht auf Diabetes liegt vor, wenn die Blutzuckerwerte im nüchternen Zustand (Nüchternblutzucker) und/oder 2 Stunden nach dem Essen (Gelegenheitsblutzucker) dauerhaft erhöht sind und dabei folgende Werte vorliegen:

Blutzuckerwerte Tabelle

Weitere Tipps zur richtigen Messung von Blutzucker

Folgende Tipps sollten Sie beachten, um Ihren Blutzucker richtig zu messen:

  • Aufgrund des Infektionsrisikos dürfen die Lanzetten jeweils nur einmal benutzt werden, da sie schnell stumpf werden und die Haut bei mehrmaligem Gebrauch sonst zusätzlich verletzen können.
  • Vor der Messung sollten Sie Ihre Hände mit warmem Wasser und Seife waschen und die Finger massieren, um die Durchblutung zu fördern.
  • Benutzen Sie zum Händewaschen eine milde Seife und cremen Sie die Hände regelmäßig ein, damit die Haut nicht austrocknet. Unmittelbar vor der Messung sollten Sie keine Handcremes verwenden, damit das Messergebnis nicht verfälscht wird.
  • Für die Messung sollten die Hände dann sauber und trocken sein. Sind die Finger feucht, kann sich die Blutprobe verdünnen und zu einem niedrigeren Messwert führen. Ebenso können Zuckerreste an den Fingern zu falsch erhöhten Blutzuckerwerten führen.
  • Wechseln Sie die Entnahmestellen regelmäßig und stechen Sie so tief, dass Sie einen Blutstropfen gewinnen können. Früher wurde erst der zweite Blutstropfen verwendet – Sie dürfen aber auch den ersten Blutstropfen zur Messung verwenden. Ein leichtes Ausstreichen der Finger verfälscht das Messergebnis nicht. Pressen Sie jedoch die Fingerspitze nicht zu stark, da die Blutprobe sonst durch Gewebewasser verdünnt wird und zu niedrige Werte gemessen werden.
  • Um das Infektionsrisiko an der Einstichstelle zu senken, sollten Sie Haus- oder Gartenarbeit vermeiden, um nicht mit Erregern in Kontakt zu kommen.
  • Anstelle einer Lanzette können Sie auch verschiedene Stechhilfen nutzen, z. B. ein Stechsystem, das die Lanzette automatisch auswirft.
  • Damit die Messgenauigkeit erhalten bleibt, sollten Sie den Blutzuckerteststreifen immer in einer verschlossenen Verpackung aufbewahren und starke Temperaturunterschiede zwischen Teststreifen und Gerät sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit vermeiden.
  • Einige Zuckermessgeräte müssen auf die aktuelle Teststreifenpackung codiert werden, besonders dann, wenn eine neue Teststreifenpackung angebrochen wird. Ansonsten kann es zu falschen Messergebnissen kommen. Bei modernen Blutzuckermessgeräten erfolgt die Codierung automatisch. Ihre Apotheke oder die Angaben des Herstellers können Ihnen bei Fragen weiterhelfen.
  • Achten Sie auf das Verfallsdatum der Teststreifen. In der Regel dürfen Teststreifen nach Anbruch der Packung noch sechs Monate verwendet werden. Lesen Sie dazu auch die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihre medizinische Fachkraft.

Wann und wie oft Blutzucker messen?

In der Regel messen Sie den Blutzucker vor dem Essen, da sich die Blutzuckerzielwerte üblicherweise auf den Nüchternblutzucker beziehen. Falls bei Ihnen Verdacht auf Regulationsstörungen des Blutzuckers nach einer Mahlzeit oder bei Einnahme bestimmter Medikamente bestehen, müssen Sie Ihren Blutzucker ggf. nach dem Essen messen.

Wie häufig Sie Ihren Blutzucker messen sollten, ist von Patient:in zu Patient:in unterschiedlich und unter anderem von Ihren angewendeten Medikamenten abhängig. Sprechen Sie deshalb mit Ihrer ärztlichen Fachkraft, wann und wie oft Sie Ihren Blutzucker messen sollten, um Ihren Blutzucker möglichst gut zu kontrollieren.

Zusätzliche Blutzuckermessungen können notwendig werden bei:

  • Krankheit oder Unwohlsein
  • Symptome einer Überzuckerung (Hyperglykämie), z. B. starker Durst und vermehrtes Wasserlassen, Schwäche, Konzentrationsstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Acetongeruch im Atem
  • Symptome einer Unterzuckerung (Hypoglykämie), z. B. Schwitzen, Herzrasen, Zittern, Unruhe, Heißhunger, Konzentrationsschwäche, pelziges Gefühl um den Mund
  • körperlicher Aktivität (deshalb Blutzucker vor, während und nach dem Sport messen)
  • Reisen (z. B. bei Zeitverschiebung)
  • Alkoholkonsum

Blutzuckerwerte: Vorsicht vor Über- und Unterzuckerung

Wenn der Blutzucker zu hoch ist, spricht man von einer Überzuckerung (Hyperglykämie). Diese kann bei Diabetiker:innen nach dem Essen auftreten. Die Blutzuckerwerte steigen dann über 140 mg/dl (7,8 mmol/l) an. Doch ab wann wird hoher Blutzucker gefährlich? Sehr hohe Blutzuckerwerte über 180 mg/dl (10 mmol/l) können ebenfalls zur Bewusstlosigkeit (sogenanntes Diabetisches Koma) führen, weshalb man sich unverzüglich an die behandelnde ärztliche Fachkraft wenden sollte.

Von Unterzucker (Hypoglykämie) spricht man, wenn die Blutzuckerwerte unter 50 mg/dl (2,8 mmol/l) fallen. Ein sehr starker Abfall der Werte kann zu einer Ohnmacht führen. Auch manche Medikamente können zu Unterzuckerungen führen. Lassen Sie sich hierfür von Ihrer ärztlichen Fachkraft beraten. Wie Sie einen Notfall erkennen können und wie Sie darauf reagieren, haben wir Ihnen bei Diabetes und Notfall zusammengefasst.

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