Zusammenhalt
Tipps für Angehörige
Diabetes ist eine Erkrankung, die sich auch auf Partnerschaft, Familie und das soziale Umfeld auswirkt. Besonders am Anfang, bei der Diagnose Typ-2-Diabetes, ist die Verunsicherung auch bei Ihnen als Angehörige:r häufig groß. Die Angst vor dem Unbekannten kommt auf: „Welchen Einfluss hat die Erkrankung auf den Alltag?“, „Wie sieht unsere Zukunft mit Diabetes aus?“, „Gibt es Einschränkungen in unserer Lebensqualität?“.
Aber Angst ist bekanntermaßen ein sehr schlechter Ratgeber, weil sie vernünftiges Denken blockiert. Daher ist es wichtig, dass auch Sie sich mit der Erkrankung auseinandersetzen und umfassend informieren. Tipps, Rat und Informationen können Sie durch gemeinsame Arztbesuche, über diese Seiten oder durch den Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe erhalten. Diabetes sollte Ihre Partnerschaft und Ihre Familie möglichst wenig beeinflussen. Was Ihr:e Partner:in oder Angehörige:r braucht, ist Ihre mitfühlende Unterstützung. Der Umgang mit Diabetes ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Helfen Sie Ihren Angehörigen, Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen und Vertrauen in die Behandlung aufzubauen. Gemeinsam sollten Sie lernen, die alte Lebensweise durch eine neue zu ersetzen.
Was Sie tun können

Greifen Sie dabei auf alle verfügbaren und verlässlichen Informationsquellen zurück, wie z. B. Broschüren, Internet und Selbsthilfegruppen. Halten Sie sich auf dem neuesten Stand in Sachen Diabetes, zum Beispiel über Newsletter oder Zeitschriften.

Blutzucker messen ist keine Hexerei. Sie sollten es genauso beherrschen wie der/die Betroffene selbst. So helfen Sie ihm/ihr, die Kontrolle zur Routine werden zu lassen. Unterstützung können Sie dabei von der Diabetesberatung bekommen oder duch die Teilnahme an Schulungen.

Für sich verantwortlich zu sein heißt, aktiv an der Behandlung mitzuwirken und sich stets der Risiken bewusst zu sein die mit einem unbehandelten Diabetes verbunden sind. Achten Sie unbedingt darauf, Betroffene nicht zu bevormunden, sondern in dem von ihnen gewünschten und erforderten Maße zu unterstützen.

Die Umstellung auf eine gesündere Ernährung lässt sich gemeinsam besser umsetzen. Auch Sie können davon profitieren. Gehen Sie deshalb möglichst gemeinsam zur Ernährungs- oder Diabetesberatung. Sie werden hier wichtige Informationen rund um das Thema Nahrungsmittel sowie gesunde Ernährung erfahren und sicherlich beide davon profitieren können.

Sport tut dem Körper, aber auch der Seele gut. Bewegung vertreibt nachweislich trübe Gedanken und hilft, den Stoffwechsel zu normalisieren. Motivieren Sie Ihre:n Angehörige:n zu regelmäßiger Bewegung. Beginnen Sie gemeinsam in kleinen Schritten, zunächst bspw. mit regelmäßigen Spaziergängen, die Sie immer weiter ausbauen, später vielleicht mit Walken, Fahrrad fahren oder eventuell Joggen.

Weihen Sie Menschen aus Ihrer täglichen Umgebung bzw. Ihrem Freundeskreis ein. Ein lebenslanges Verschweigen oder Verleugnen einer Erkrankung schränkt ein und überträgt sich negativ auf Ihre Einstellung zu Krankheit und Therapie. Diabetes hat nichts mit Schuld oder Versagen zu tun und es ist auch kein Grund, an sich selbst zu zweifeln.

Auch für Angehörige kann die Situation rund um eine Diabetes-Erkrankung belastend sein. Behalten Sie daher unbedingt Ihre eigene mentale Gesundheit im Blick und verlieren Sie Ihre Selbstfürsorge nicht aus den Augen. Angehörige zu unterstützen ist wichtig – sollte jedoch nicht bedeuten, sich selbstaufzuopfern.
Informieren Sie sich, bei dem/der behandelnden Arzt/Ärztin oder Diabetesberatung, was im Notfall zu tun ist. Sie sollten die Anzeichen einer Unter- oder Überzuckerung erkennen und wissen, wie Sie dann handeln müssen. Sie sollten auch über die Medikamente Ihres/Ihrer Angehörigen Bescheid wissen. Gehen Sie am besten öfter mit zu den Arztbesuchen.
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