Ernährung im Fokus:
Diabetes und Niereninsuffizienz
Typ-2-Diabetes und Niereninsuffizienz (auch als chronische Nierenkrankheit, kurz CKD bekannt) treten häufig gemeinsam auf. Beide Erkrankungen erfordern eine spezielle Ernährungsweise, um den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und die Lebensqualität zu verbessern. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung spielt dabei eine Schlüsselrolle, da sie sowohl den Blutzuckerspiegel als auch die Nierenfunktion positiv beeinflussen kann.
Zucker kontrollieren – Ein Muss für Diabetiker

Für Menschen mit Diabetes ist die Kontrolle des Blutzuckerspiegels unerlässlich. Vermeiden Sie Lebensmittel mit hohem glykämischen Index wie Weißbrot, Süßigkeiten oder stark verarbeitete Produkte. Stattdessen sind Vollkornprodukte, Gemüse und ballaststoffreiche Lebensmittel zu bevorzugen. Diese helfen, den Blutzucker stabil zu halten und bieten gleichzeitig wertvolle Nährstoffe. Wie Sie die Ergebnisse der Blutzuckermessung umrechnen können und was sie sonst noch beim Messen Ihres Blutzuckers beachten sollten, finden Sie in unserem Artikel Blutzucker richtig messen.
Flüssigkeitszufuhr: das richtige Maß finden
Bei fortgeschrittener Nierenkrankheit kann es dazu kommen, dass die Nieren nicht mehr ausreichend Flüssigkeit aus dem Blut filtern. Dies kann zu Wassereinlagerungen und Bluthochdruck führen. Es ist daher wichtig, die tägliche Flüssigkeitszufuhr individuell abzustimmen. Kleine Tricks wie kleinere Gläser oder das langsame Trinken kleiner Schlucke können helfen, die Flüssigkeitsmenge zu kontrollieren.
Phosphatarm essen – Warum es wichtig ist
Bei Nierenkrankheit kann es zu einem gestörten Phosphathaushalt kommen, was die Knochen schwächt. Eine phosphatarme Ernährung ist daher essenziell. Lebensmittel wie Nüsse, Vollkornprodukte und Milch enthalten viel Phosphat und sollten nur in Maßen verzehrt werden. Stattdessen können phosphatarme Alternativen wie Quark, Frischkäse oder Mozzarella häufiger in den Speiseplan integriert werden.
Salz reduzieren – Ein Muss für Ihre Nieren

Salz regt nicht nur den Durst an, sondern kann auch den Blutdruck erhöhen und die Nieren belasten. Deshalb ist es ratsam, die Salzzufuhr sowohl bei Diabetes und Bluthochdruck als auch bei Diabetes und Niereninsuffizienz auf unter 5 Gramm pro Tag zu reduzieren. Vermeiden Sie stark salzhaltige Lebensmittel wie geräucherten Schinken oder Pommes frites und achten Sie darauf, dass auch viele Fertigprodukte wie bspw. Brühen häufig hohe Menge an Salzen enthalten. Beim Würzen salzen Sie im Nachhinein lieber ein bisschen nach als sofort die volle Menge hinzuzugeben.
Ein kleiner Tipp: Alternativ zum Salz können Sie Ihren Lieblingsgerichten auch durch die Beigabe frischer Kräuter ein intensives, wohlschmeckendes Aroma verleihen
Kalium im Auge behalten
Bei fortgeschrittener Nierenschwäche kann sich Kalium im Blut anreichern und zu gefährlichen Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen führen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Sie Ihre Kaliumzufuhr reduzieren sollten. Kaliumreiche Lebensmittel wie Bananen, Tomaten oder Trockenfrüchte sollten dann gemieden werden. Stattdessen können Sie zu kaliumarmen Alternativen wie Gurken, Paprika und Äpfeln greifen. Weiterführende Informationen zu einem erhöhten Kaliumspiegel und was Sie dagegen tun können erhalten Sie hier.
Eiweiß in Maßen genießen
Die richtige Menge an Eiweiß spielt eine zentrale Rolle in der Ernährung bei einer chronischen Nierenkrankheit. Einerseits kann eine zu hohe Eiweißzufuhr die Nieren zusätzlich belasten, andererseits ist Eiweiß notwendig, um den Muskelabbau zu verhindern. Geeignete Eiweißquellen sind in moderaten Mengen Hühnerfleisch, Quark oder Eier. Eine Ernährungsberatung kann dabei helfen, die ideale Eiweißmenge zu bestimmen. Ganz wichtig: In fortgeschrittenen Krankheitsstadien darf unter Umständen nur wenig, bis gar kein Eiweiß mehr aufgenommen werden. Hier ist es unbedingt erforderlich, entsprechend des jeweiligen Stadiums Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin zu halten.
Fazit: Ene Individuelle Anpassung ist der Schlüssel
Die Ernährung bei Diabetes und Nierenschwäche erfordert besondere Aufmerksamkeit und eine individuelle Anpassung an den Gesundheitszustand. Eine regelmäßige Absprache entsprechend Ihres jeweiligen Krankheitsstadiums mit dem behandelnden Arzt oder einer Ernährungsberatung ist daher unerlässlich. Mit einer gut geplanten Ernährung können Sie nicht nur Ihre Nieren und den Blutzucker entlasten, sondern auch Ihre allgemeine Gesundheit fördern und so weiteren Folgeerkrankungen bei Diabetes vorbeugen.
Weitere interessante Themen
Diabetes ist ein umfangreiches Themengebiet, worüber es viel zu erfahren gibt. Lesen Sie auch unsere anderen informativen Artikel.
DE-75619




